Die Sage des Teufelsdreiecks

Kapitel 3

Wellen schlugen mit immer größerer Wucht auf unser Schiff ein und überfluteten es teilweise. Überall war Wasser und der Donner dröhnte in meinen Ohren. Ab und zu meinte ich das Rufen von meiner Crew zu hören, aber das bildete ich mir vielleicht auch nur ein. Ich selbst hatte meine Finger so fest um das Holz des Steuerrades gekrallt, dass meine Knochen weiß hervortraten. Ich versuchte irgendwie gegen das Unwetter anzukämpfen. Mein Körper begann bereits vor Anstrengung zu zittern, als ich plötzlich das Gefühl hatte, dass die Umgebung heller wurde. Dann spürte ich auf einmal einen Sonnenstrahl auf meiner Nase. Auch der Donner wurde leiser und es blitzte nur noch selten in der Ferne. Das Unwetter verzog sich genauso schnell, wie es gekommen war. Der Himmel war wieder frei von Wolken und das Meer war ruhig. Ich atmete angestrengt aus und lockerte vorsichtig meinen Griff um das Steuerrad. Meine Finger schmerzten und meine Muskeln brannten. Das war knapp. Ich war noch ganz gut davongekommen, aber was war mit meiner Crew? Besorgt ließ ich meinen Blick schweifen.

Nach kurzer Zeit stand Folgendes fest: Es gab einige Verletzte und zwei meiner Offiziere waren von den Wellen ins Meer gerissen worden. Sie waren nirgendwo im Wasser zu sehen. Wer weiß, wohin die Strömung ihre Körper gebracht hatte. Schnell versorgten wir die Wunden der Verletzten. Wir wollten diesen Ort so schnell wie möglich wieder verlassen. Wer weiß, wann der nächste Sturm kommt und wer weiß, ob wir diesen dann nochmal überleben. Wir wollten es nicht unbedingt herausfinden. Mir schien es so, als hätte wir Glück gehabt. Ich sah es als Zeichen, dass wir nicht auf den Grund des Meeres gerissen worden waren. Ich würde diese Aufgabe beenden und dann würde niemand mehr bezweifeln, dass ich ein guter Kapitän war. Ich werde meinen Wert beweisen und uns zum sicheren Hafen steuern. Und dann werden meine Crew und ich die größte Feier veranstalten, die man je gesehen hat.

Vorsichtig segelten wir weiter. Alle waren hochkonzentriert und beobachteten aufmerksam das Meer. Wir wollten nicht noch einmal von einem Unwetter überrascht werden. Diesmal wollten wir vorbereitet sein. Ich hatte eigentlich gedacht, dass wir das Schlimmste hinter uns gebracht hatten, aber ich sollte mich irren. Sogar sehr. Als das Unwetter uns überrascht hatte, befanden wir uns noch am Rand des Bermudadreiecks. Jetzt steuerten wir die Mitte an.

„Was bedeutet das?“, fragte Sarah, „nun, in der Mitte des Bermudadreiecks waren die Unwetter am schlimmsten und traten auch am häufigsten auf. Je näher Kapitän Leeson und seine Crew der Mitte kamen, desto gefährlicher wurde es also…“, erklärte ich, „oh und ist er in einen weiteren Sturm geraten?“, fragte sie weiter, „nun…“

Als ich schon dachte, dass wir ohne weitere Zwischenfälle vorankommen würden, hörte ich wieder die Glocke und sah ein Schiff in Ferne, das auf uns zu kam. Es schien kein Piratenschiff zu sein. Für seine Größe war es ungewöhnlich schnell. Es strahlte mit seinem dunklen, ausgefransten Segel und der teuflisch lächelnden Totenkopffigur am Bug eine gewisse Bedrohlichkeit aus. Als es nah genug war, dass ich die Besatzung erkennen konnte, gefror mir das Blut in den Adern. Das waren keine Menschen!

Fortsetzung folgt…

2020-07-22T16:00:00

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Viertes Kapitel

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Veröffentlicht von LisaK

Autorin und Bloggerin

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