Die Sage des Teufelsdreiecks

Kapitel 4

Es waren nur noch Gerippe, die teilweise mit Seepocken und so etwas wie kleinen Korallen besetzt waren. An einigen hingen auch noch ziemlich viele, von Wasser triefende Algen, so als wären sie gerade aus dem Wassern gekommen. Bei einem hatte sich sogar ein Krebs im Inneren seines Schädels eingenistet. Zumindest konnte ich eine seiner Scheren sehen, die aus einer der Augenhöhlen ragte. Jedes dieser Meeresgerippe hatte zusätzlich noch einen Säbel in den knöchernen Händen, was mir noch die letzte Hoffnung raubte, dass diese Dinger uns nicht angreifen würden. Sie wollten uns anscheinend sogar unbedingt angreifen. Einer zeigte gerade mit seinem Säbel auf unser Schiff. Mit ihnen wehte uns ein modriger und…

Lass doch ein paar Details weg, sonst kriegt Sarah am Ende noch Alpträume!“, unterbrach mich mein Sohn und sah mich tadelnd an. „Ich habe keine Angst!“, rief Sarah und sah ihren Vater böse an. „Die Kinder heutzutage können sehr viel mehr ab, als wir damals!“, rief ich und schmunzelte, „ich wollte es ja nur sagen… nicht, dass ihr am Ende mir die Schuld gebt!“, murmelte er. „Werden wir nicht!“, sagten Sarah und ich gleichzeitig. „Jetzt erzähl weiter Opa!“…

Mit einem solchen Ereignis hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Unter Seefahrern wird sich ja viel erzählt und da ist auch die eine oder andere Gruselgeschichte dabei, aber ich dachte immer, dass das nur Seemannsgarn gewesen wäre. Da hatte ich mich aber gewaltig geirrt! Plötzlich entdeckte ich zwischen den Meeresgerippen zwei bekannte Gesichter. Das waren meine beiden Offiziere, die beim Sturm über Bord gerissen worden waren. Aber sie sahen irgendwie… anders aus. Ihre Haut war bleich und grün, ihre Augen starrten nur noch leblos vor sich hin und auch sie waren von Algen bedeckt und trieften vor Wasser, so, als wären sie gerade erst dem Wasser entstiegen. Die beiden nahmen keine Notiz von uns. Fast so, als würden sie uns gar nicht erkennen. Da stimmte etwas nicht. Mit diesem ganzen Schiff stimmte etwas nicht!

Das größte dieser Meeresgerippe trat hervor. Es hatte leicht gewundene Hörner an seinem Schädel und war mit einem rostigen Dreizack bewaffnet. So stellte ich mir einen Meeresteufel vor. Ein Wesen aus den Untiefen des Meeres, das gekommen war, um… ja, was wollte es eigentlich? „Ihr seid uns im Weg!“, rief der Meeresteufel, den ich auch für den Kapitän des Schiffes hielt und seine bedrohliche Stimme hallte über das Wasser zu uns herüber. Ich bekam eine Gänsehaut. „Wer uns im Weg ist, der wird von uns vernichtet!“, rief der Meeresteufel dann und ehe ich mich versah, schwangen sich die Meeresgerippe an Seilen zu uns herüber und versuchten uns zu entern.

Ein wilder Kampf brach aus. Wir hatte große Mühe uns zu verteidigen. Wie kämpft man schon gegen Meeresgerippe? Auch unsere alten Kameraden stellten sich gegen uns. Sie waren kaum wiederzuerkennen. Dann hörte ich auf einmal in der Ferne ein leises Grollen. Ein weiteres Unwetter zog auf. Das konnten wir jetzt ja gar nicht gebrauchen. Es dauerte nicht lang, da war der Himmel von dunklen Wolken bedeckt und es fing zu regnen an. Blitze häuften sich am Himmel und der Donner wurde lauter. Kurz flammte in mir die Hoffnung auf, dass sich diese Meeresgerippe vielleicht zurückziehen würden, aber ich wurde enttäuscht. Nur dieser Meeresteufel ging zurück auf sein Schiff. Das war aber nicht, weil er das Unwetter fürchtete. Er schien sich eher darüber zu freuen. „Endlich ist es soweit!“, hörte ich ihn rufen. Meine innere Stimme sagte mir, dass der nichts Gutes vorhatte. Jemand musste ihn aufhalten! Ohne mein zutun, bewegten sich meine Beine und ich lief zum anderen Schiff. Na, ob das so eine gute Idee war?

Fortsetzung folgt…

2020-07-29T16:00:00

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© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Veröffentlicht von LisaK

Autorin und Bloggerin

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