Die Sage des Teufelsdreiecks

Letztes Kapitel

Schnell stellte ich mich dem Meeresteufel in den Weg. Kurzzeitig passierte gar nichts. Dann brüllte er auf einmal und ging mit seinem Dreizack auf mich los. Während ich bemüht war, seine Angriffe abzuwehren, wurde der Sturm immer schlimmer. Als ich zwischendurch einen Blick auf das Meer warf, erschrak ich. Ein Strudel war entstanden und beide Schiffe wurden gerade in seine Richtung gesogen. Der Meeresteufel folgte meinem Blick: „Ich habe keine Zeit mehr für diese Spielereien!“, er schien das mehr zu sich selbst zu sagen, griff dann nach meinem Hemdkragen und warf mich gegen die hölzerne Wand des Schiffes. Der Aufprall raubte mir den Atem und helle Sterne tanzten vor meinen Augen. Nur mühsam kam ich wieder hoch und blinzelte angestrengt, um zu erkennen, was der Meeresteufel vorhatte.

Er hatte ein kleines Fläschchen in der Hand, in dem eine schwarze, zähflüssige Masse war. Genau diese schüttete er jetzt ins Wasser und warf das Fläschchen gleich hinterher. Ich folgte dem Fläschchen mit meinen Augen, bis der Strudel es mitsamt seinem Inhalt verschlungen hatte. „Es ist vollbracht!“, rief der Meeresteufel zufrieden, „was war das?“, fragte ich und musterte mein Gegenüber. „Das Bermudadreieck ist schon immer anfällig für das Böse gewesen, aber wir hatten es noch nicht komplett unter unserer Kontrolle. Durch das Blut des Bösen wurde dies nun geändert. Stürme, Hurricanes, meterhohe Wellen, Monster der Meere, jetzt sind uns keine Grenzen mehr gesetzt. Dieses Gebiet gehört nun mir. Ab heute wird es das Teufelsdreieck sein. Wir werden jeden heimsuchen, der unser Gebiet betritt! Verbreite diese Nachricht in deiner Welt und erzähl von den Geschehnissen hier. Deine Familie soll deine heutige Niederlage niemals vergessen. Du hättest dich mir nicht in den Weg stellen sollen… ach und danke für die zwei neuen Crewmitglieder. Wir sehen uns in deinen Träumen…“

Mit diesen Worten verschwanden er, seine Crew und leider auch sein Schiff. Ich hatte noch geradeso Zeit Luft zu schnappen und landete dann im Wasser. Immerhin waren mit diesen Meereswesen auch das Unwetter und der Strudel verschwunden. Meine Crew zog mich mit einem Seil wieder an Bord unseres Schiffs und wir machten uns auf den Rückweg. Wir kehrten verändert zurück und das lag nicht nur an den Wunden, die jeder von uns davongetragen hatte. Obwohl wir alles selbst erlebt hatten, war es schwer zu glauben. Natürlich glaubte uns auch niemand, als nach unserer Reise davon erzählten. Nicht einmal dann, als haufenweise Schiffe im Teufelsdreieck verschwanden. Niemand wollte es wahrhaben, dass das Böse existierte. Doch ich wusste es. Und ich würde es niemals vergessen können.

Opa, hat einer unserer Vorfahren das echt erlebt?“, fragte Sarah, „ich verrate dir ein Geheimnis…“, begann ich, „es war mein Urururgroßvater, der das alles damals erlebt hat. Es fühlt sich für mich manchmal so an, als wäre ich wirklich dabei gewesen, weil ich manchmal davon träume. Ich träume davon, wie ich als Kapitän zum Teufelsdreieck fahre. Unsere Familie wurde damals von dem Meeresteufel verflucht. Obwohl der Fluch wohl über die Zeit schwächer geworden ist. Inzwischen sind nicht mehr alle Familienmitglieder mit dem Fluch belegt. Dein Vater ist jedenfalls nicht von mit ihm belegt, das ist ganz klar. Viele in unserer Familie haben die Vergangenheit in ihren Träumen durchlebt und die Geschichte dann an ihre Nachfahren weitergegeben. Wenn du den Fluch auch auf dir trägst, dann hast du diese Träume vielleicht auch bald…“, mein Sohn seufzte, aber Sarah ignorierte ihn. „Wirklich? Das wäre ja voll cool!“, ihre Augen glänzten vor Aufregung, „so spät schon, ich glaube, ich muss ins Bett gehen! Gute Nacht!“, sie gab mir und ihrem Vater noch einen Kuss auf die Wange und stürmte dann die Treppe nach oben. „Da hast du ja was angerichtet…“, seufzte mein Sohn, „es ist nur die Wahrheit…“, antwortete ich. Er musterte mich noch eine Weile, seufzte dann erneut und verabschiedete sich kurz darauf ebenfalls.

Ein paar Wochen später besuchte Sarah mich wieder und erzählte mir stolz, dass sie so wie ich geträumt hatte. Und so wurde unsere Geschichte über Generationen immer weitererzählt, bis sie schließlich wirklich zu einer Sage wurde.

Ob sie nun wahr ist oder nicht, ist am Ende nur schwer zu sagen. Aber, wenn du davon träumst, dass du als Kapitän zum Teufelsdreieck fährst und dort ein Abenteuer erlebst, dann kann es durchaus sein, dass du mit dieser Familie verwandt bist. Dann durchlebst du entweder das, was damals geschehen ist oder dein Unterbewusstsein war einfach nur beeindruckt von dieser Sage. Deine Entscheidung…

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Veröffentlicht von LisaK

Autorin und Bloggerin

Ein Kommentar zu “Die Sage des Teufelsdreiecks

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