Let’s talk about Heimweh

Es ist soweit! Ich habe das Thema schon mehrmals erwähnt und nun ist der Tag gekommen: Das gute alte Heimweh. Wer kennt es nicht? Vielleicht hatte man auf der ersten Klassenfahrt Heimweh, nach dem Auszug aus dem Elternhaus oder nach dem Umzug ins Studentenwohnheim. Heimweh ist ziemlich blöd, ich denke, das kann jeder bestätigen.

Ich persönlich hatte sehr stark damit zu kämpfen, als ich für das duale Studium nach Schwerin musste. Ich konnte zwar an den Wochenenden zurück, aber das macht das Ganze nicht unbedingt besser. Am Anfang ist es eher eine Qual. Erst freut man sich, wieder zuhause zu sein und dann kann man gleich wieder gehen. Eine schwierige Situation. Vor allem, wenn man so an seiner Familie hängt wie ich. Es ist zwar mit der Zeit besser geworden, aber so richtig gut ist es immer noch nicht.

Ich werde nie die erste Nacht in Schwerin vergessen. Am Anfang war für die meisten von uns neuen Studierenden kein Platz im Studentenwohnheim, deshalb mussten sich einige von uns eine Wohnung suchen. Also war auch ich auf der Suche. Ich hatte dabei verdammt viel Glück und habe ziemlich schnell eine Wohnung gefunden, in der wir zu dritt gewohnt haben. Ich war damals die erste, die angereist ist. Die anderen sind erst einen Tag später angekommen. Ich war so negativ eingestellt, dass mich nichts in Schwerin überzeugen konnte. Es fällt mir heute noch schwer diese negative Einstellung abzuschütteln. Als dann noch unser Vormieter erzählt hat, dass gegenüber von unserer Wohnung eine Psychiatrie wäre und man von dort aus manchmal Schreie hören würde, wir uns aber keine Sorgen machen sollten, hat das natürlich auch nicht gerade zu einem besseren Gefühl beigetragen. Vor allem, weil ich ja die erste Nacht alleine war. Ich kann euch aber sagen, dass ich in der ganzen Zeit, in der ich dort war, nie jemanden schreien gehört habe.

Irgendwann war dann alles eingerichtet und eingekauft und meine Eltern sind zurück nach Hause gefahren. Bei der Verabschiedung konnte ich mich noch zusammenreißen. Als ich dann die Tür geschlossen hatte… naja… ihr könnt es euch sicherlich vorstellen… Niagarafälle. Das war der schlimmste Tag von allen. Durch dieses ganze Hin- und Herfahren, kann ich schon etwas besser mit dem Heimweh umgehen, aber naja… schön ist was anderes…

Zum Glück habe ich gute Freunde gefunden, die mich dazu bringen auch mal etwas zu unternehmen und das Haus zu verlassen. Dafür bin ich wirklich sehr dankbar. Sonst würde ich wahrscheinlich nur zum Einkaufen rausgehen…

Was ich zum Ende hin aber nochmal sagen möchte, ist Folgendes: Ich bin trotz der ganzen Heimweh Geschichte sehr froh, dieses duale Studium ausgewählt zu haben und in Schwerin zu studieren. Einmal, weil der zweite Standort noch weiter weg gewesen wäre und zum anderen, weil ich so ein wenig selbstständiger werden konnte. Es ist gut, dass ich aus meiner Komfortzone herausgerissen wurde, denn von alleine hätte ich sie wohl eher nicht verlassen. Ich konnte wirklich viele schöne Erfahrungen machen und habe in der ganzen Zeit viel erlebt. Das mindert das Heimweh etwas.

Wenn ihr einmal die Chance bekommt, irgendwohin zu gehen und neue Erfahrungen zu machen, dann ergreift sie ruhig. Es wird vielleicht nicht einfach, aber am Ende hat sich die Mühe dann gelohnt.

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Veröffentlicht von LisaK

Autorin und Bloggerin

Ein Kommentar zu “Let’s talk about Heimweh

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: