Die Qualen eines Prüflings

Auf die Freuden eines Prüflings folgen natürlich auch die Qualen eines Prüflings. Diese können sehr zahlreich sein, aber ich werde mal ein paar herausgreifen. Auch hier gelten die „Qualen“ teilweise auch für die Mittel- und Unterstufe. Für eventuelle Übertreibungen, die hier stattfinden könnten oder auch in anderen Beiträgen versteckt sein könnten, übernehme ich natürlich keine Verantwortung. Immerhin bin ich ein Prüfling und damit ein Profi in Sachen Übertreibung, also seht es mir bitte nach… Alles, was ich hier schreibe, ist natürlich auch nur meine persönliche Meinung.

An aller erster Stelle möchte ich hier die langen Schultage nennen. Es ist natürlich total normal, dass man als Prüfling öfters mal acht Stunden hat, aber trotzdem kann es ziemlich an den Nerven zerren. Nach der sechsten Stunde fängt die Konzentration an zu bröckeln, die Laune geht langsam in den Keller, die Augen werden auf einmal ganz schwer und die Zeit scheint wie in Zeitlupe zu vergehen. Wenn man dann zusätzlich noch Freizeitaktivitäten hat, die dann gleich anschließen, kann es schon mal sein, dass man erst abends zurück kommt. Manche mögen sagen, dass Hobbys ja auch Spaß machen, aber ich kann nur entgegnen, dass bestimmte Hobbys auch sehr anstrengend sein können und Konzentration erfordern, die gegen Nachmittag schon langsam nachlässt. Nach einem langen Schultag kann es einem manchmal schwer fallen, noch motiviert einem Hobby nachzugehen. Das ist bei langen Arbeitstagen ja auch ähnlich.

Wenn man nun aber irgendwann Zuhause ist, schließt sich gleich der zweite Punkt an: Die Hausaufgaben. Und das können in der Oberstufe schonmal richtig viele sein. Es ist da natürlich verständlich, dass man spät abends nur mit sehr viel Selbstbeherrschung an den Hausaufgaben sitzen kann und diese zufriedenstellend fertig stellt. Meistens läuft das Ganze auf nicht so zufriedenstellende Ergebnisse heraus. Nach dem Motto: Ach, das reicht schon! Damit verbunden gibt es auch manchmal zusätzlich einige Referate, die in ein paar Tagen fertig sein sollen. So kann die Freizeit gut mit Schule gefüllt werden und Langeweile tritt ganz bestimmt nicht auf.

Dann gibt es auch noch die Lehrenden, die einen ohne Meldung drannehmen. Das ist natürlich nur gut gemeint und das wissen diejenigen auch, aber das wird in diesem Moment ignoriert. Denn in diesen Momenten zieht der jeweilige Lehrende den ganzen Hass dieser Person auf sich und macht die Situation nicht unbedingt besser. Das kann bei Prüflingen dann einen kleinen Herzstillstand und einen Schweißausbruch verursachen. Wo wir gerade bei den Lehrenden sind, hier noch eine Eigenart, die des Öfteren auftritt: Arbeiten erst ganz zuletzt austeilen. Ich kann sagen, dass die Spannung dann mit Händen zu greifen ist und alle ganz nervös auf ihren Stühlen herumhibbeln. Vielleicht fällt sogar jemand in Ohnmacht. Solch eine Spannung ist für Prüflinge eben kaum auszuhalten.

Speziell für Abiturienten*innen gibt es eine ganz bestimmte „Qual“ und zwar Sprüche wie: „Wir müssen das noch vor den Ferien schaffen!“, „Denkt dran: Bald ist Abitur!“ und „Das muss ein LK können.“ Diese Sätze können eine Panik auslösen, denn sie bedeuten Stress und Stress ist der Feind eines jeden Prüflings. Zuletzt möchte ich noch einen Punkt anbringen, den ich bereits in einem früheren Beitrag erwähnt habe: Hyperaktive, schreiende Kinder. Ja es ist schön, dass sie so viel Energie haben und die Pausen sind ja auch für solche Dinge da, aber naja… Natürlich wird ab einer bestimmten Geschwindigkeit beim Laufen in den Fluren das Ausweichen schwer und da können schon mal Unfälle passieren. Die Lautstärke, die dabei verwendet wird, liegt in einem Dezibel Bereich, der recht schmerzhaft sein kann.

Wir halten fest: Prüflinge sind arme Würstchen, die alle möglichen Qualen durchleben. Zumindest mag man das denken, denn diese Qualen zeigen sie besonders gern. Das können wir gut. Die Tatsache, dass wir das alles einmal vermissen könnten, wird dabei konsequent ignoriert. Das kann ja nicht sein. Denn es ist ja alles ganz furchtbar…

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Veröffentlicht von LisaK

Autorin und Bloggerin

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