Beitrag der Woche #12

Nun ist es Zeit, den zwölften Beitrag der Woche zu ernennen. Es ist auch dieses mal wieder eine Kurzgeschichte. Haben wir nicht alle schon einmal eine Eichel an den Kopf bekommen? Oder einen Wassertropfen, obwohl es gar nicht regnet? Es wäre doch langweilig, wenn die Eichel einfach von Baum gefallen wäre oder der Wassertropfen noch vom letzten Regen in den Blättern gewartet hat. Nein, es muss einen anderen Grund dafür geben…

Aus der Kategorie: Kurzgeschichten
Titel: Die Geschichte der Spaßvögel
Veröffentlichungsdatum: 18.11.2020

Habt ihr bei einem Spaziergang schon mal eine Eichel an den Kopf bekommen? Einfach so, aus dem Nichts? Fast, als hätte euch jemand damit abgeworfen? Oder ein Regentropfen, obwohl es doch gar nicht regnet? Manch einer mag sagen, dass die Eichel einfach per Zufall vom Baum direkt auf den Kopf gefallen ist oder noch ein wenig Tau an den Blättern hing, der auf der Schulter gelandet ist. Das kann man sagen. Ich sage, dass es jemand mit Absicht gemacht hat.

In den Wipfeln der Bäume sind die Äste meist so dünn, dass sie keinen Menschen mehr tragen können. Das bedeutet, dass der Lebensraum dort oben sehr sicher und ungestört ist. Also haben sich dort kleine Wesen niedergelassen. Sie lieben die Ruhe des Waldes und den frischen Wind, der durch die Äste weht. Hinter kleinen Rindentüren beißen sie sich mit ihren kleinen, scharfen Zähnen einen Weg durch das Holz und bauen sich so ihr Zuhause. Kleine Tunnel führen durch Äste und Stamm und bilden ein riesiges Netzwerk. Manchmal verirrt sich ein Käfer in die Tunnel oder sucht im Winter Schutz. Dann wird er wie ein Freund aufgenommen und darf bleiben so lange er will.

Die Wesen verlassen ihr sicheres Heim nur zur Nahrungssuche. Dafür haben sie einen Fallschirm aus Blättern, mit dem sie von den Ästen springen und in den sie später ihre Beute legen und den Stamm hinauf tragen. Sie sind sehr gut getarnt und man kann sie leicht mit einem Stück Rinde verwechseln. Deshalb kann man sie nur sehr schwer entdecken.

Hinzu kommt, dass sie nicht sehr gut auf Menschen zu sprechen sind. Sie stören ihre Ruhe, gehen durch den Wald und unterhalten sich laut. Wer soll sich denn da konzentrieren? Deshalb machen sie sich einen Spaß daraus die Menschen, die an ihren Bäumen vorbeigehen, mit Eicheln abzuwerfen. Manchmal spucken sie auch. Dann muss man aber schon sehr laut gewesen sein oder einem der Bäume, die von ihnen bewohnt sind, zu nahe gekommen sein.

Und so kommt es vor, dass man aus dem Nichts von Eicheln getroffen wird oder plötzlich einen Wassertropfen abbekommt, obwohl es nicht geregnet hat. Aber mehr wird auch nicht passieren, keine Sorge. Diese Wesen treiben nun mal gerne Schabernack. Wenn du ein Geräusch hörst und neben dir eine Eichel heruntergefallen ist, dann kann es sein, dass sie dich verfehlt haben. Geh lieber schnell weiter, sonst wirst du doch noch getroffen. Wegen dieser Eigenschaften und weil sie hoch oben in den Bäumen leben, werden diese Wesen auch Spaßvögel genannt.

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Veröffentlicht von LisaK

Autorin und Bloggerin

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