Und wie schreibst du?

Bei der vergangenen Onlinelesung wurde ich unter anderem gefragt, wie ich schreibe. Also, ob ich viel vorbereite oder eher spontan bin. Ich finde die Frage ziemlich spannend, deswegen möchte ich hier auch gerne nochmal darüber reden. Wenn es nach meinem Gefühl geht, dann würde ich sagen, dass die meisten Autoren ihre Bücher sehr gut planen. Sich viele Notizen machen und die Handlung bereits gut kennen, bevor sie beginnen zu schreiben. Ein gutes Konzept. Meins sieht allerdings etwas anders aus.

Ich gehöre nicht zu den Menschen, die zuerst alles planen, bevor sie anfangen zu schreiben. Es ist nicht so, dass ich gar keinen Plan habe. Nein. Ich habe… einen groben Plan. Ich weiß, wie meine Geschichte anfängt, ich weiß, wo ich noch hin will und ich weiß, wie sie enden soll. Und dann schreibe ich drauf los. Ohne zu wissen, was zwischendurch alles genau passieren soll. Das ist vielleicht für einige eine Horrorvorstellung, aber zu mir persönlich passt dieser Stil sehr gut. Das war auch früher in der Schule so und auch immer noch im Privaten, wenn ich Texte schreibe. Wenn ich eine Idee hatte und spontan drauf los geschrieben habe, dann waren das immer die besten Texte von allen. Erinnert ihr euch an den Poetry Slam „Leben“? Den habe ich damals in Wien in eins runtergeschrieben. Das war einer dieser Texte, die spontan und direkt entstanden sind, ohne lange nachzudenken. Und es ist einer meiner besten.

Wenn ich anfange zu schreiben, dann bin ich voll und ganz in meiner Geschichte und erlebe die Abenteuer mit meinen Helden und Heldinnen gemeinsam. Und manchmal kommt dann eine Idee. Eine Idee, die uns einen anderen Weg einschlagen lässt, als zuerst gedacht und dann eine weitere und so geht es dann weiter. Das kann man sich ungefähr so vorstellen: Der vorerst angedachte Weg ist gerade und durchgeplant, aber dann gibt es mehrere Abzweigungen und am Ende ist die Geschichte dann alles andere, als ein gerader Weg. Deshalb macht es bei meinem Schreibstil auch gar nicht so viel Sinn alles durchzuplanen. Am Ende nehme ich doch wieder andere Abzweigungen und werfe die Planung über den Haufen. Deshalb habe ich nur eine grobe Orientierung und fülle diese dann spontan mit meinen Ideen.

Ich habe ein paar Lieblingsstellen in meinen Büchern, die genau von diesem Stil geprägt sind. Eine Idee, die ich passend fand und einen neuen Weg gegangen bin. Das Schreiben dieser Stellen hat immer am meisten Spaß gemacht. Die gingen runter wie Butter. Es gab aber natürlich auch Teile der Geschichte, die dann ein wenig zäher waren und bei denen ich mehr nachgedacht habe. Ideen kommen eben nicht immer. Aber, wenn sie kommen, dann mit einem lauten Knall und Konfetti. Ein unglaubliches Gefühl…

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Veröffentlicht von LisaK

Autorin und Bloggerin

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