Wenn die Geister rufen

Kapitel 12 – Schwarze Magie

Wenn die Geister rufen, Kapitel 12: Schwarze Magie, gelesen von Lisa Koscielniak

Langsam schlichen wir weiter voran und kamen an der Treppe an, die die Geister uns beschrieben hatten. Zum Glück war es diesmal eine Steintreppe und wir mussten nicht darauf achten, ob es knatscht. Wir schlossen die Tür möglichst leise hinter uns und gingen hinunter. Da hier keine Fenster waren, trauten wir uns diesmal, das Licht anzuschalten. Ohne Taschenlampen oder andere Lichtquellen wäre es auch viel zu dunkel gewesen. Ein langer, weiß gestrichener Gang lag vor uns. Ab und zu flackerte das Licht und sorgte für die perfekte Horrorstimmung. Echt gruselig. Vor allem, wenn man gleichzeitig noch verfolgt wird.

„Das hier müsste die richtige Tür sein“, flüsterte Flo. Gerade als er sie öffnen wollte, hörten wir ein leises Quietschen und dann Schritte. Jemand ging die Treppe runter. Dann ertönte wieder dieses Lachen und dröhnte in meinen Ohren. Flo öffnete die Tür und zog mich hinein. „Ich verbarrikadiere die Tür und du liest in diesen Büchern nach, was wir tun können“, meinte er dann und begann bereits damit, einen Schrank vor die Tür zu ziehen. Ich nickte und ging zu dem Bücherregal. Hinter welchem Buch war der Schalter noch gleich? Hatten die Geister das überhaupt gesagt? Egal, die Reihe ist wichtig. Welche war es?

Ich war mir ziemlich sicher, dass es eine der unteren Reihen war, also begann ich die Bücher von unten nach oben aus dem Schrank zu ziehen. Bei der zweiten Buchreihe von unten wurde ich fündig. Die war es also. Ungefähr in der Mitte befand sich ein kleiner Knopf. Ich drückte ihn und tatsächlich schwang das Bücherregal kurz darauf zur Seite. Dahinter lag ein kleiner Raum, der voller Kartons war. Außerdem waren überall Spinnweben und Staub. Hier war schon lange Zeit niemand mehr gewesen. Ich wollte den Raum gerade betreten, als jemand gegen die Tür hämmerte. Ich sah zu Flo, der sich angestrengt dagegen lehnte. „Beeil dich, los! Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er hier reinkommt“, rief er mir zu.

Ich betrat den Raum und öffnete den ersten Karton. Fehlanzeige. Da waren nur irgendwelche Zutaten und Kleinkram drin, aber keine Bücher. Außerdem roch es daraus sehr streng. Schnell stellte ich den Karton zur Seite und widmete mich dem nächsten. Der vierte Karton, den ich öffnete, war tatsächlich mit Büchern gefüllt. Schnell scannte ich die Titel ab. „Was dauert denn da so lange?“, fragte Flo. „Das ist gar nicht so einfach“, rief ich zurück und blätterte durch die Bücher. ‚Alles wissenswerte über schwarze Magie‘. Das hörte sich vielversprechend an. Ich schlug das Buch auf und sah mir das Inhaltsverzeichnis an. Eines der Kapitel hieß: ‚Gegenflüche, Heilmittel und andere Wege der Magie‘. Das könnte es sein.

Ich blätterte zu dem Kapitel und überflog die Sätze. Flüche brauchte ich nicht. Heilmittel hörten sich auch nicht richtig an. Der Teil mit den anderen Wegen der Magie schien schon eher in die richtige Richtung zu gehen. Die schwarze Magie war nicht die einzige, die es gab. Es war nur eine Möglichkeit, um möglichst schnell Macht zu erhalten. Es gab aber noch andere Möglichkeiten, die keine dämonischen Kräfte beinhalteten. Im Buch war ein Symbol abgebildet, das böse Wesen einsperren und versiegeln konnte. Man musste es mit weißer Kreide auf den Boden zeichnen. „Und wie sieht es aus?“, fragte Flo in diesem Moment. „Ich glaube, ich habe da was gefunden, aber ich brauche Kreide. Du musst ihn noch einen Moment aufhalten“, antwortete ich und kramte in den Kartons mit den Utensilien. „Na toll“, entgegnete er und seufzte.

Ich suchte eine Weile herum und fand dann die gesuchte Kreide. Schnell ging ich in die Mitte des Raums, räumte ein wenig Krimskrams zur Seite und begann dann das Zeichen aus dem Buch abzumalen. „Wir haben Glück, dass das hier im Keller Metalltüren sind. Die Tür hier ist zwar schon gut eingedellt, aber noch hält sie“, sagte Flo. „Sehr gut. Ich brauche nur noch einen Moment“, murmelte ich und war darauf bedacht, meine Zeichnung nicht zu verwischen, während ich die letzten Linien zog. „So, das müsste es sein“, meinte ich dann und betrachtete mein Werk. „Echt? Müsste das nicht leuchten oder irgendwie magisch aussehen?“, fragte Flo skeptisch. „Nein, ich glaube nicht. Du kannst ihn jetzt reinlassen“, antwortete ich. „Was? Ist das dein Ernst?“, fragte er entsetzt. „Das Zeichen hier soll ihn einfangen, er muss nur drüber laufen“, erklärte ich. „Na, hoffentlich klappt das“, murmelte Flo und begann die Tür frei zu räumen. Es musste einfach funktionieren. Sonst wäre es das Ende. Mein Ende.

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

2021-08-10T15:30:00

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Kapitel 13

Veröffentlicht von LisaK

Autorin und Bloggerin

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