Wenn die Geister schweigen

Vorwort: Die erste Kurzgeschichte ist mit dem Kapitel von letzter Woche abgeschlossen. Nachdem ich eine Weile nachgedacht habe, wollte ich gerne die Geschichte weitererzählen und nicht direkt eine neue anfangen. Deshalb geht es jetzt weiter mit dem zweiten Teil der Kurzgeschichte „Wenn die Geister schweigen“.
Viel Spaß 🙂

Kapitel 1 – Neuanfang

Wenn die Geister schweigen – Kapitel 1: Neuanfang, gelesen von Lisa Koscielniak

Ruhe war auf Clair Manor eingekehrt. Keine Dämonen und Geister weit und breit. Es war fast ein wenig langweilig. Keine außergewöhnlichen Vorkommnisse, denen ich nachgehen konnte. Nur normaler Alltag. Ich verbrachte viel Zeit in der Bibliothek beim Lesen, spazierte durch das Anwesen oder unterhielt mich mit Flo. Vater begegnete ich nur selten. Er hatte mit der Hilfe von Marienne schnell Arbeit in der Stadt gefunden und war immer unterwegs. Auch Marienne hielt Abstand. Die Vergangenheit beschäftigte sie noch und ich ließ ihr Zeit, um alles zu verarbeiten. Vielleicht brauchte ich selbst auch noch etwas Zeit.

Ich war froh, dass ich noch Pete und Flo hatte. Ohne die beiden, wäre ich wohl ziemlich vereinsamt. Alle anderen Angestellten im Haus gingen mir aus dem Weg. Keine Ahnung warum. Ich hatte schon mehrmals versucht, Gespräche zu beginnen, aber die Antworten waren immer nur knapp und dann gingen meine erhofften Gesprächspartner auch schon wieder weiter. Pete meinte dazu nur zu mir, dass sie höflich sein wollen und es nicht gewohnt sind, mit den Hausbewohnern zu reden oder gar mit ihnen befreundet zu sein. Ich bezweifelte das, behielt meine Gedanken aber für mich.

Die Schule würde erst in ein paar Tagen beginnen. Das war eine Sache, die mich noch mehr störte, als die Ruhe hier. Dann hätte ich zwar etwas zu tun, aber es war etwas, auf das ich keine Lust hatte. Es kam mir ewig vor, das ich zuletzt in der Schule war. Ich vermisste es nicht. Da setze ich lieber hier im Anwesen Staub an. Aber ich hatte keine Wahl. Vater hatte mich bereits in einem der wenigen Momenten, die wir zusammen waren, auf die neue Schule vorbereitet und mich ermahnt, mir Mühe zu geben. Denn es gab nur diese eine Schule. Natürlich. Und Marienne hatte ein gutes Wort für mich beim Direktor eingelegt. Natürlich.

Es lief also momentan so lala für mich. Ich verbrachte viel Zeit damit, nachts wach zu liegen und nachzudenken. Über einfach alles. Und ich stellte alles in Frage. Wenn es Dämonen gab, was gab es dann noch alles? Ich wollte es wissen. Wollte mehr über diese Welt erfahren. Einmal mehr bereute ich es, dass alle Bücher von Marienne verbrannt waren. Bis auf den letzten Rest. Ich hatte bereits nachgesehen. Sie war gründlich gewesen. Es war alles weg und die normale Bibliothek brachte mich nicht weiter. Ich hatte keine Chance mehr, mehr über diese andere Welt zu erfahren. Aber die Neugier in mir stieg immer weiter.

Ich war auch noch ein paar Mal auf dem Dachboden gewesen, aber die Geister waren nach wie vor verschwunden. Das war ja auch gut so. Grundsätzlich. Aber ich hätte sie gerne noch mal gesprochen. Jetzt konnte ich mich gar nicht richtig verabschieden. Mit der Zeit wurden meine Besuche auf dem Dachboden immer weniger. Ich hatte in meinem Inneren schon die ganze Zeit gewusst, dass sie nicht wiederkommen, aber ich konnte noch nicht richtig loslassen. Hatte gehofft, dass ich wieder das Flüstern höre oder noch irgendetwas Nützliches in den Kartons finde. Bis jetzt. Jetzt betrat ich den Dachboden nicht mehr.

In meinem Zimmer hatte ich in einer der unteren Schubladen ein Notizheft versteckt, in dem ich versucht hatte, die Seiten zu rekapitulieren, die ich in den Büchern gesehen hatte. Ich konnte mich leider nur an sehr wenig erinnern. Es war alles zusammenhangloses Zeug, das ich nicht gebrauchen konnte. Nur an die beiden Symbole, die ich gezeichnet hatte, konnte ich mich noch gut erinnern. Der Rest war verschwommen. Fast wie in dichten Neben gehüllt. Doch ich würde nicht aufgeben. Noch nicht. Dazu interessierte mich diese andere Welt zu sehr…

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

2021-09-21T15:30:00

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Kapitel 2

Veröffentlicht von LisaK

Autorin und Bloggerin

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