Wenn die Geister schweigen

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Kapitel 13: Mit den eigenen Waffen

Wenn die Geister schweigen – Kapitel 13: Mit den eigenen Waffen, gelesen von Lisa Koscielniak

Ich legte die Kreide vorsichtig auf den Boden und platzierte meine Hände in der Mitte des Symbols auf der Tür. An den Fingerspitzen meiner Hand waren noch Kreidereste und ich hatte Sorge das Symbol zu verschmieren. Ich sah zu Flo, der mir ermutigend zunickte und dann blickte ich in das Buch. Die Schrift war klein und kursiv. Ich verengte meine Augen und nahm all meine Konzentration zusammen. Noch einmal durchatmen und dann geht es los. Ich öffnete meinen Mund, um den Spruch vorzulesen, da flog die Tür aus ihren Angeln.

Ich wurde mitsamt der Tür durch den Raum geschleudert und Flo stolperte vor Schreck ein paar Schritte zurück. Eine Staubwolke durchzog den Raum, auf die beunruhigende Stille folgte. Ich landete hart auf dem Rücken und krümmte mich kurz vor Schmerzen unter der Tür zusammen. Dann drückte ich die Tür von mir weg und kämpfte mich auf die Knie. Alles war voller Staub. Im Türrahmen konnte ich die Umrisse einer Gestalt ausmachen, die Anstalten machte, den Raum zu betreten. Meine Gedanken rasten. Es gab hier unten nur einen Ausgang.

Mein Blick fiel auf die Tür, die mit der Seite, auf der das Symbol war, nach oben gedreht, ein Stückchen vor mir lag. Ohne groß drüber nachzudenken, setzte sich mein Körper in Bewegung und ich krabbelte auf die Tür zu. „Flo, das Buch!“, rief ich ihm zu. Ich hatte meine Hände gerade wieder auf der Tür platziert, als das Buch schon zu mir rüber schlitterte. Ich beugte mich ein wenig nach unten und begann dann laut die Worte vorzulesen. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie die Gestalt den Raum betrat und sich zu beinahe voller Größe aufrichtete. Der Raum war nicht hoch genug, dass sich die Gestalt ganz aufrichten konnte.

Aus dem Symbol stiegen Rauchschwaden auf, während die Gestalt auf mich zu kam. Es kostete mich viel Kraft nicht den Blick von dem Buch abzuwenden und zu der Gestalt zu sehen. Alles in mir schrie nach einer schnellen Flucht, aber ich blieb bei der Tür und las weiter. Meine Stimme war überraschend stark. Doch der Text war lang. Ich brauchte mehr Zeit. „Flo, die Rauchschwaden!“, hörte ich da Alma rufen. Sie lief zu mir, griff nach dem Rauch und steuerte dann auf die Gestalt zu. Auch Flo rappelte sich auf, machte einen großen Bogen um die Gestalt und schnappte sich ebenfalls einen der Rauchfäden.

„Was soll das denn bitte werden?“, fragte der Teufelsdämon belustigt. „Wickeln und ziehen, schnell!“, rief Alma und ignorierte die Worte des Dämons. Dann umkreisten sie und Flo in jeweils entgegengesetzter Richtung den Dämon. „Lächerlich!“, rief er „Der Zauber von einer Anfängerin kann mich nicht aufhalten!“ Er begann sich gegen den Rauch zu stemmen. „Es funktioniert! Halt gut fest“, rief Alma. Ich hörte, wie irgendjemand über den Boden geschleift wurde, aber der Teufelsdämon schien sich weder befreien, noch weiter auf mich zukommen zu können.

„Wie kann das sein?“, rief er erbost. „Schon vergessen?“, begann Alma unter zusammengebissenen Zähnen zu erklären „es ist deine Magie, die durch sie fließt.“ In diesem Moment beendete ich den Spruch und las den letzten Satz vor. Mit dem letzten Wort schossen Blitze durch den Rauch und ließen den Dämon zusammenzucken. Er schrie und wandte sich unter Schmerzen hin und her. „Schwöre, dass du diese Welt nie mehr betrittst!“, rief Alma. Der Dämon knurrte. „Schwöre es!“, rief sie erneut. „Ist ja gut, ich schwöre es“, grummelte er. Alma sah zu mir „Übernimm mal kurz“, ich rappelte mich auf und übernahm den Rauchfaden. Sie zog ein kleines Buch und einen Dolch hervor, ging dann zum rechten Arm des Teufelsdämons und verpasste ihm einen Schnitt. Das Blut, das aus der Wunde tropfte, fing sie mit dem Buch auf, nahm dann eine Kralle seiner Pranke und drückte sie auf die blutige Buchseite. Donner ertönte und mit einem letzten schmerzerfüllten Schrei des Teufelsdämons, verschwand er.

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

2021-12-14T15:30:00

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Kapitel 14

Veröffentlicht von LisaK

Autorin und Bloggerin

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