Das Kolloquium

Jetzt, wo ich weiß wie so ein Kolloquium abläuft und was es eigentlich ist, würde ich ein paar Dinge anders machen. Das gilt allerdings auch für die Bachelorarbeit. Wenn man so etwas noch nie gemacht hat, dann muss man sich ja auch erstmal eingewöhnen und das Ganze kennenlernen. An sich sollen einen ja die wissenschaftlichen Hausarbeiten schon darauf vorbereiten, aber aus meiner Sicht, ist die Bachelorarbeit nochmal ein ganz anderes Kaliber und nicht so wirklich vergleichbar mit den anderen Prüfungen. Ist ja auch die große Endherausforderung des Studiums.

Hättet ihr mich gefragt, hätte ich gesagt, dass das Kolloquium ziemlich gut gelaufen ist. Ich war allerdings total im Prüfungsmodus und es hätte eher eine Diskussion mit meinen Profs sein sollen. Was ja an sich entspannter ist. Ich bin aber davon ausgegangen, dass ich auf jede Frage eine Antwort wissen muss und es schlecht rüber kommt, wenn ich nichts sage. Diese Annahme war falsch. Jetzt weiß ich es besser. Das war aber natürlich nicht die einzige Annahme meinerseits, die falsch war. Ich hatte einige Denkfehler, was das Kolloquium angeht. Falls ich in meinem Leben irgendwann nochmal ein Kolloquium bestreiten sollte und ich das bis dahin nicht alles vergessen haben, kann ich da noch ordentlich was rausholen.

Ich bin auf jeden Fall sehr froh darüber, dass ich meinen Zweitprüfer hatte, da er mich besser eingeschätzt hat und ich so tatsächlich noch eine Verbesserung meiner Note erreichen konnte. Von daher lief alles noch ganz gut, aber allein durch das Kolloquium, so wie ich es vorbereitet und verstanden hatte, hätte ich diese Verbesserung nicht erreichen können. Naja, ist ja auch egal. Immerhin habe ich das jetzt alles hinter mir.

Mir sind wirklich spürbar mehrere Steine von Herzen gefallen. Ich habe mich nach dem Kolloquium ganz leicht gefühlt. Da habe ich dann auch gemerkt, wie sehr es mich belastet hat. Ich bin froh, dass es vorbei ist. Jetzt ist alles gleich viel entspannter und ich kann mich in Ruhe der letzten Prüfung widmen.

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Ein Sturm

Gedicht: Ein Sturm, gelesen von Lisa Koscielniak

Regen peitscht gegen Bäume,
Trommelt gegen Häuserwände.
Die Menschen verkrümeln sich in trockene Räume
Und Wasserpfützen bedecken das Gelände.
Donnergrollen in der Ferne,
Bedrohlich, nähert es sich immer mehr,
Angezogen von der stehenden Wärme,
Die drückend ist und viel zu schwer.
Heute sollte man lieber drinnen bleiben,
Denn ein Sturm zieht auf.
Komm, lass uns die Zeit vertreiben,
Der Sturm nimmt sowieso seinen Lauf.
Genießen wir seine Musik,
Lauschen wir seinem Konzert,
Wie er an den Blättern zehrt,
Hoffend auf einen Sieg.
Bald zieht er weiter voran,
Damit alles wieder trocknen kann
Und Sonne und Licht wieder im Vordergrund stehen,
Bis wir ihn dann das nächste Mal wiedersehen.

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Die dezentrale Klausur

Einer meiner Angstgegner war ja die dezentrale Klausur. Ich habe ein bisschen mehr als eine Woche vor der Klausur angefangen zu lernen und Lernzettel zu schreiben. Da die Inhalte nicht eingeschränkt wurden, habe ich einfach alles gelernt und wiederholt, was mir wichtig erschien. Das war echt viel. Vor allem waren es viele Modelle und Graphen. Das Problem sind gar nicht die Modelle an sich. Die kann man sich ganz gut einprägen. Das Problem sind eher die ganzen verschiedenen Achsenbezeichnungen. Da kommt man echt leicht durcheinander.

Ich war auf jeden Fall gut beschäftigt. Am Ende saß aber alles sehr gut und ich hatte ein gutes Gefühl. Besser kann man gar nicht in eine Prüfung starten. Als dann der Prüfungstag gekommen war, bin ich mit der Bahn gefahren. Ich wollte lieber nicht mit Auto fahren, da ich noch nicht so geübt bin und immer Angst habe, dass ich keinen Parkplatz finde. Außerdem waren die Zeiten der Bahn ganz passend. Also Bahn. Kaum saß ich drin, fuhr die Bahn natürlich nicht los. Da wird man schon nervös, wenn man pünktlich zur Prüfung erscheinen muss.

Zum Glück waren es nur 6 Minuten Verspätung. Meine Nerven lagen trotzdem blank und ich hatte schon wieder verschiedenste Horrorszenarien im Kopf. Mehr Zwischenfälle gab es aber zum Glück nicht. Ich war rechtzeitig da und konnte mich noch kurz akklimatisieren, bevor es losging. Warum erzähle ich das überhaupt alles? Nun ja, es geht eigentlich um den Inhalt der Klausur. Es wurde nur ein verdammtes Thema abgefragt. Ein einziges Thema. Gut, am Anfang gab es ein paar Multiple-Choice Fragen über die Themengebiete verteilt, aber die hätte man auch ganz gut ohne viel zu lernen beantworten können.

Ich konnte mein ganzes Wissen überhaupt nicht anwenden. Deshalb bin ich ein bisschen ärgerlich. Ich hatte einen ganz anderen Klausurinhalt erwartet. Wenigstens zwei Themen. Aber gut. Besser man hat zu viel gelernt, als zu wenig. Trotzdem ist es irgendwie ärgerlich …

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Beitrag der Woche #28

Es ist Zeit für den achtundzwanzigsten Beitrag der Woche. Ein weiteres Gedicht, diesmal wieder aktueller aus 2021. Gedanken über den Regen und schlechtes Wetter …

Kategorie: Gedichte
Titel: Bis die Sonnenstrahlen wiederkommen
Veröffentlichungsdatum: 19.03.2021

Und wenn die Wolken dunkel sind,
Und ihre Tränen auf die Erde fallen,
Dann ist es so, als ob ein Lied erklingt,
Wenn Tropfen auf die Dächer prasseln.
Machen wir leise Musik an,
Während der Wind gegen die Wände schlägt
Und lauschen dem Klang,
Während das ganze Haus durch den Wind erbebt.
Tiefgründig aus dem Fenster in die Ferne starren,
Leise mit summen
Und an dieser Stelle verharren,
Bis die Sonnenstahlen wiederkommen.
Auf Regen folgt auch irgendwann wieder Sonnenschein,
Genießen wir diese Zeit,
Dann ist die Sonne auch schnell wieder für uns bereit.
Das Wetter kann ja nicht immer gut sein.

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Wenn die Geister rufen

Kapitel 10 – Wahrheit

Wenn die Geister rufen – Kapitel 10: Wahrheit, gelesen von Lisa Koscielniak

„Nimm mich stattdessen!“, rief Marienne. „Ich kriege deine Seele doch am Ende sowieso. Davon hätte ich also gar keinen Vorteil“, antwortete der Teufelsdämon. „Kann ich gar nichts machen?“, murmelte Marienne eher zu sich selbst und wirkte wie am Boden zerstört. „Oh, es gibt eine Sache, die helfen würde, aber die sage ich dir nicht. Das würde den ganzen Spaß zerstören. Es ist auch langsam Zeit zu gehen. Wie sehen uns wieder“, meinte der Teufelsdämon, zeigte noch ein letztes Mal mit einem gehässigen Grinsen seine scharfen Zähne und verschwand dann in einer der lodernden Flammen. Mit ihm verschwand auch das meiste Licht und die Wärme.

Ich musste das Gehörte noch verdauen. War das gerade wirklich real? Mariennes Schluchzen hallte durch den Garten. Sie hockte immer noch zusammengekrümmt auf dem Boden. Ich war wütend auf sie, hatte aber gleichzeitig auch irgendwie Mitleid mit ihr. „Lass uns zu ihr gehen“, flüsterte ich Flo zu. Ich musste mich sowieso dringend mal bewegen. Meine Beine waren schon dabei einzuschlafen. Wir kletterten aus dem Baumhaus und gingen zu Marienne. Sie bemerkte unsere Anwesenheit erst, als ich meine Hand tröstend auf ihren Rücken legte. „Was? Du solltest nicht hier sein“, schniefte sie und ließ sich von mir aufhelfen. „Habt ihr … also, wie lange …“, ich unterbrach sie „wir haben alles gehört.“ Es schien Marienne tatsächlich unangenehm zu sein. Sie mied unsere Blicke und starrte auf den Boden.

„Ist das echt wahr?“, fragte Flo und Marienne nickte vorsichtig. „Warum?“, fragte ich weiter. „Ich war noch jung. In unserer Familie gab es das Gerücht, dass eine meiner Großmütter sich mit schwarzer Magie auskannte. Ich fand das faszinierend und habe stundelang in alten Kartons auf dem Dachboden gewühlt, um herauszufinden, ob es wahr ist. Irgendwann habe ich ein altes Buch gefunden. In schwarzes Leder gebunden und mit Eisenverschlüssen versehen. Ich hätte es niemals öffnen dürfen. In diesem Buch standen viele Dinge über schwarze Magie. Ich hatte mich erst an kleineren Dingen versucht, um zu überprüfen, ob das Buch wirklich echt war. Ich habe ein Mädchen verflucht, dass mich damals geärgert hatte, weil ich immer die gleichen zerrissenen Kleider trug. Ich habe die Schule in Brand gesetzt, weil die Lehrer mir nicht geholfen hatten, als ich dort von meinen Klassenkameraden zusammengeschlagen wurde. Ich habe mich für alles gerächt, was mir angetan wurde, aber ich wollte immer mehr …“, sie machte eine kurze Pause.

„Setzt man einmal schwarze Magie ein, dann ist man auf ewig mit ihr verbunden. Von ihr durchdrungen. Ich konnte nicht mehr aufhören, dachte nur noch daran, mich an allen zu rächen. Also habe ich mich an dem schwierigsten Zauber aus dem Buch probiert. Ich habe einen Teufelsdämonen gerufen. Er hat meine Gutgläubigkeit ausgenutzt, mir alles versprochen und mit Komplimenten um sich geworfen. Ich dachte nicht an die Konsequenten. Ich wollte es nur allen zeigen. Es tut mir so unendlich leid“, sie brach erneut in Tränen aus. Ich nahm sie in den Arm und flüsterte dann: „Jeder macht mal Fehler. Es ist nur wichtig, am Ende auch aus ihnen zu lernen. Wir haben doch noch Zeit. Versuchen wir eine Lösung zu finden.“

Sie sah mich überrascht an. Dann nickte sie und lächelte. „Ich habe dich nicht verdient. Ich darf dich nicht auch verlieren. Die alten Bücher von meiner Großmutter sind noch im Keller. Vielleicht steht in einem von denen ja tatsächlich, was mir machen können …“, überlegte sie. „Das ist doch ein Plan“, sagte ich und warf Flo einen Blick zu. Er nickte. Zu dritt würden wir sicherlich eine Lösung finden. Dann gab es urplötzlich eine Hitzeexplosion vor uns und wir wurden zurückgeschleudert. Flammen schossen aus dem Boden empor und der Teufelsdämon schritt erneut aus ihnen heraus. „Das ist ja herzallerliebst. Wenn ihr das nächste Mal solche Pläne schmiedet, solltet ihr das nicht auf einem intakten Beschwörungskeis machen. Menschen sind wirklich dumm“, er lachte, wurde dann aber plötzlich wieder ernst. „Ihr wollt euch also gegen mich auflehnen? Gut, dann spielen wir ein bisschen!“, er hob seine Arme und der Boden begann zu beben.

„Was passiert hier?“, rief Flo. „Es ist wie damals …“, blanke Panik stand in Mariennes Gesicht. „Er ruft den Mörder, der damals auch für das Massaker hier verantwortlich war“, erklärte sie. Der Boden vor uns riss auf und eine Hand streckte sich aus der Spalte empor. „Lauft!“, rief Marienne „ich versuche ihn aufzuhalten. Los jetzt!“ Ich wollte protestieren, aber Flo zog mich bereits hoch, nahm meine Hand und wir liefen weg. Ich sah beim Rennen immer wieder zurück. Ein menschenähnliches Wesen mit zerrissenen Klamotten und einer Kette mit einem umgedrehten Kreuz zog sich aus der Spalte hervor. Es war kleiner als der Teufelsdämon, aber immer noch größer als ein normaler Mensch. Seine Nägel glichen scharfen Krallen und seine Augen glühten rot. Was war das denn?

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

2021-07-27T15:30:00

  Tage

  Stunden  Minuten  Sekunden

bis

Kapitel 11

Da war es nur noch eine …

Drei weitere Prüfungen sind geschafft. Erledigt und abgehakt. Die drei schlimmsten dieses Trimesters. So empfinde ich das zumindest. Jetzt wartet nur noch eine Projektarbeit auf mich. Außer ich bin irgendwo durchgefallen, aber das glaube ich nicht. Es ist bisher alles ganz gut gelaufen. In mir sind wieder so gemischte Gefühle. Einmal Erleichterung und auch Stolz, dass ich so weit gekommen bin und auf der anderen Seite auch wieder diese Unsicherheit, da das bedeutet, dass sich das Ende des Studium nähert.

Es kann gut sein, dass sich jetzt bis zum tatsächlichen Studienende immer mehr Artikel um dieses Thema drehen. Es ist halt momentan das, was mich am meisten beschäftigt. Worüber ich ständig nachdenke. Nach meinem Zeitgefühl hat das ganze Studium eigentlich gerade erst angefangen. War ich nicht gerade noch an der Hochschule in Schwerin? Habe ich nicht gerade noch mit meinen Kommilitoninnen gemeinsam gelernt und die Stadt erkundet? Das ist alles schon wieder so lange her. Echt krass.

Das Schreiben kam jetzt natürlich auch wie erwartet etwas zu kurz. Viel zu kurz. Das ärgert mich, aber jetzt ist ja zum Glück wieder etwas mehr Zeit. Kein auswendig Lernen mehr. Kein Reinprügeln von irgendwelchen Theorien, von Modellen aus der Volkswirtschaft oder statistischen Methoden. Das allein ist schon ein Grund zum Feiern. Ich bin nur froh, dass ich mir Dinge ganz gut merken kann, wenn ich sie laut vorlese. Das funktioniert echt gut. Der Rest wird dann einfach immer wieder wiederholt und dann sitzt der auch. Aber da muss ich mir jetzt erstmal keine Gedanken mehr drüber machen. Jetzt werde ich erstmal nichts mehr für Prüfungen auswendig lernen müssen. Auch mal ein schönes Gefühl …

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Für meine Familie

Gedicht: Für meine Familie, gelesen von Lisa Koscielniak

Ihr zieht mich wieder auf die Beine,
Wenn ich beginne zu fallen.
Merkt immer, wenn ich traurig bin,
Seid bei mir, wenn ich weine.
Ihr sagt, ich soll ich selber sein,
Denn so bin ich am Besten.
Muss niemand anderem gefallen,
Doch sich treu zu bleiben, ist manchmal einfach am schwersten.
Ihr stellt mich auf ein Podest,
Lasst mich hell im Licht erstrahlen.
Ihr lehrt mich das ‚Nein‘,
Lasst mein Selbstbewusstsein aufkeimen.
Mit euch ist jeder Tag ein Fest,
Ich will in keiner Welt ohne euch sein.
Seid immer für mich da,
Seid immer stark.
Versteckt eure Wunden,
Was ich nicht immer gerne mag.
Schauspielen könnt ihr gut,
Aber ich hätte eure Wunden gern verbunden.
So wie ihr für mich, bin ich für euch da,
Kann zuhören, trösten, aufbauen.
Ihr könnt mir jederzeit vertrauen,
Das ist ja wohl klar.
Bei euch fehlen mir die Worte,
Weil ich so unglaublich stolz bin,
Auf alles, was ihr macht.
Bei euch sind meine Lieblingsorte.
Ihr seid tief in meinem Herzen drin,
Ihr seid mein kleines alltägliches Wunder,
Bei euch bin ich einfach immer munter.
Vielen Dank für alles,
Dass es euch gibt, ist ein Segen,
Und ich hoffe, dass wir uns bald alle wiedersehen.

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Erste Schritte zum Kolloquium

Wenn ihr diesen Artikel hier lest, dann habe oder hatte ich gerade mein Kolloquium. Echt unglaublich und ein wenig beängstigend. Der Leistungsdruck ist auf jeden Fall nochmal angestiegen, auch wenn ich dachte, dass das nicht mehr möglich ist. Es ist möglich. Und wie das möglich ist. Der Grund dafür ist das Feedbackgespräch, dass ich mit meiner Erstbetreuerin hatte. Ich bin sehr dankbar dafür, versteht mich nicht falsch. Das ist alles schon hilfreich. Vor allem, weil ich mitbekommen habe, dass nicht alle betreuenden Profs ein solches Gespräch anbieten und dann nur das Gutachten weitergeben. Da ist ein persönliches Gespräch schon sehr viel besser.

Ich hatte noch Glück. Trotzdem macht es einen natürlich nervös. Bei mir ist es zudem so, dass ich gerne noch was aus der Note rausholen würde. So ein paar Notenpunkte besser, würde ich schon gerne erreichen. Deshalb ist der Leistungsdruck jetzt natürlich noch höher. Ich habe in meiner Bachelorarbeit einiges falsch gemacht. Ich verstehe die Kritik und kann auch alles nachvollziehen, aber es schmerzt schon ein bisschen, wenn die eigenen Arbeit so auseinandergenommen wird. Trotz der Fehler steckt ja viel Arbeit drin. An sich, bin ich mit der jetzigen Noten zufrieden und habe mein Mindestziel erreicht. An sich. Es ist doch immer so, dass man sich etwas besseres erhofft, oder? Noch so eine leise Hoffnung in sich drin hat. Naja, diese leise Hoffnung konnte leider nicht bestätigt werden. Blöd gelaufen.

Deshalb würde ich mich ganz gerne durch das Kolloquium noch ein wenig verbessern. Zeigen, dass ich das kann. Das wird allerdings nicht einfach. Ein paar Stellschrauben kenne ich jetzt, aber ich muss auch die Zeit finden, an ihnen zu drehen. Zeit ist der nächste Faktor, der den Druck verstärkt. Diese Woche ist oder war ziemlich turbulent. Viele intensivere Prüfungen auf einmal. Sonst wäre es ja auch zu einfach. Heute ist es dann soweit und das Kolloquium steht vor der Tür. Ich werde mein Bestes geben. Wenn das nicht reicht, habe ich halt nur mein Mindestziel erreicht. Dann ist das so. Aber vielleicht kann ich meine Prüfer*innen ja davon überzeugen, dass ich mein Thema gut verstanden habe und weiterdenken kann.

Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Das wäre zum Ende hin auch ziemlich schlecht. Die letzten Prüfungen schaffe ich jetzt ja wohl auch noch. Das Schreiben kommt momentan ein wenig zu kurz, aber das hole ich dann nach dieser Woche nach. Es hetzt mich ja niemand. Das ist alles wirklich sehr aufregend. Ich bin schon ganz hibbelig. Drückt mir die Daumen!

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Beitrag der Woche #27

Und wir ernennen den siebenundzwanzigsten Beitrag der Woche. Ein Gedicht aus 2020, das aus einer Schreibblockade entstanden ist. Warum nicht über die Schreibblockade schreiben, wenn man gerade eine hat? Das holt die Kreativität wieder zurück an die Oberfläche…

Kategorie: Gedichte
Titel: Kleines Schreibblockaden Gedicht
Veröffentlichungsdatum: 24.07.2020

Ich habe heute überlegt,
Warum ist mein Kopf nur so leer gefegt?
Keine Idee, die mir gefällt,
Alles scheint so gekünstelt und gestellt.
Angefangen zu schreiben und wieder aufgehört,
Da ist immer etwas, das mich stört.
Der Text ist einfach nicht perfekt,
Ich habe jedoch noch nicht entdeckt,
Was mir daran nicht gefällt.

Heute soll es wohl nicht sein,
Das ist wohl ein klares nein.
Eine Blockade, wie sie jeder mag,
Das wars dann wohl für diesen Tag.
Das Notizbuch wird geschlossen
Und ich gehe leicht verdrossen
Richtung Sofa.
Jetzt sitze ich hier
Und spreche zu mir:
Nein, ich gebe noch nicht auf!

Eine Sache kann ich schreiben
Und die Blockade damit vielleicht vertreiben.
Gepaart mit ein paar Reimen,
Wird das Thema passend gemacht,
Damit die Kreativität wieder erwacht.
Eine Strophe hier, ein Vers da,
Das klappt doch schon ganz wunderbar.
So entsteht allmählich die Geschicht,
Über mein kleines Schreibblockaden Gedicht.

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Wenn die Geister rufen

Kapitel 9 – Überraschende Wendung

Wenn die Geister rufen – Kapitel 9: Überraschende Wendung, gelesen von Lisa Koscielniak

Wir lagen eine ganze Weile auf der Lauer, aber es passierte nichts. Ich erwartete ja auch nicht wirklich, dass etwas Spannendes passierte, aber ein kleiner Hoffnungsfunkte brannte doch noch in mir. Man weiß ja nie, was so passieren kann. Es wurde schon langsam dunkel draußen und der Garten war inzwischen menschenleer. Irgendwann schlief ich ein. Ich wusste nicht, wie lange ich geschlafen hatte, aber als Flo mich aufgeregt wachrüttelte, war es stockfinster. Zumindest bis auf einen bestimmten Bereich im Garten, der von mehreren Fackeln erleuchtet wurde. „Wie spät ist es?“, flüsterte ich. „Es müsste kurz nach Mitternacht sein“, flüsterte Flo zurück. Ich gähnte herzhaft und versuchte dann zu erkennen, was im Garten passierte.

Durch unsere erhöhte Position hatten wir einen guten Überblick über das gesamte Gelände. Der Wind wehte zum Glück in unsere Richtung, sodass wir es eigentlich hören müssten, wenn unter uns gesprochen wird. Ich rieb mir den Schlaf aus den Augen und erstarrte, als ich erkannte, was dort auf den Boden gemalt war. „Ist das nicht…“, begann ich, aber Flo unterbrach mich: „Das ist es. Ein Teufelssymbol. Das auf dem Kopf stehende Kreuz.“ „Ich glaub’s nicht… diese Observation hat ja tatsächlich was gebracht“, murmelte ich und Flo warf mir einen strafenden Blick zu. „Es enttäuscht mich, dass du nicht an diese Baumhaus-Beobachtungsaktion geglaubt hast.“, sagte er dann. „Wie groß war denn bitte die Wahrscheinlichkeit, dass gerade heute etwas passiert, was dann auch noch in Zusammenhang mit den Morden von damals stehen könnte!“, verteidigte ich mich. Er zog eine Augenbraue hoch, sagte aber nichts.

Schweigend betrachteten wir wieder den Garten. Die Fackeln warfen tanzende Schatten auf den Boden, die das Kreuz, das mit weißer Kreide auf den Boden gezeichnet worden war, noch unheimlicher erscheinen ließen. Es waren auch noch andere Symbole rund um das Kreuz auf den Boden gemalt worden, aber ich konnte nicht erkennen, welche es waren. Ein kleiner Tisch stand am Rand der Zeichnungen und irgendetwas Blitzendes lag darauf. Eine Zeit lang, war nichts zu sehen, aber dann kam jemand in einer weißen Kutte aus dem Haus und ging auf die Zeichnung zu. Als die Person die Kapuze zurückschlug, traute ich meinen Augen kaum. Das war Marienne. Aber das war doch gar nicht möglich, sie war doch gar nicht verdächtig. Die Clairs sind doch erst nach dem Massaker nach Anderdorf gezogen, oder nicht?

Ich war vollkommen verwirrt. Das hatte ich wirklich nicht erwartet. Auch Flo hatte überrascht die Luft eingezogen, als er sie erkannt hatte. Sie stellte sich in die Mitte der Zeichnungen und nahm das blitzende Ding von dem Tisch. Jetzt, im Licht der Fackeln, erkannte ich den Gegenstand. Es war ein Messer. Was ging hier nur vor? Marienne begann einen komischen Singsang anzustimmen, der in mir ein unangenehmes Gefühl auslöste. Ich verstand kein Wort, sie redete in einer Sprache, die ich nicht verstand. Der Ton, mit dem sie sprach, wurde immer höher und in einer Art Höhepunkt des Schauspiels riss sie ihre Arme nach oben und schnitt mit dem Messer über die Innenfläche ihrer rechten Hand. Dann legte sie ihre blutende Handinnenfläche auf das Kreuzsymbol und zog eine rote Blutspur nach unten.

Kurzzeitig war es still. Dann gab es einen lauten Knall und Feuer schoss aus dem Boden. Riesige Flammen, die sich zum Himmel streckten, züngelten in der Luft. Die Hitze, die sie ausstrahlten, konnten wir noch bis zu uns spüren. Dann wurden die Flammen wieder kleiner und gaben eine Person oder eher Wesen preis, das auf einmal vor Marienne stand, die auf dem Boden kniete und den Kopf gesenkt hielt. Es hatte lange, gedrehte Hörner und das Feuer umhüllte ihn, wie ein brennendes Gewand. Die Hitze schien ihm nichts auszumachen. Bis auf die Hörner und seine enorme Körpergröße, sah es aus wie ein Mensch. „Weshalb rufst du mich?“, fragte es und seine Stimme donnerte über das Gelände. „Meine Tochter ist vor kurzer Zeit gestorben. Damit hast du nicht zufällig etwas zu tun?“, fragte Marienne. Das Wesen lachte. „Ich habe mir nur meinen Preis geholt. Du wusstest doch, dass deine Wünsche einen hohen Preis haben. Steht alles in unserem Vertrag“, er grinste sie breit an und genoss ihren Schmerz. „So war das nicht ausgemacht!“, rief sie. „Du hättest das Kleingedruckte lesen sollen. Außerdem weiß doch jedes Kind, dass ein Pakt mit einem Teufelsdämon nicht immer fair ist“, erklärte er.

Ich war zu Eis erstarrt und meine Gedanken rasten. Der Tod meiner Mutter war also gar kein Unfall? Was hatte Marienne sich gewünscht, das das Leben meiner Mutter gekostet hat? „Ich will es rückgängig machen“, versuchte Marienne es weiter. „Man kann das Geschehene nicht rückgängig machen. Du wolltest dieses Anwesen und ich habe dafür gesorgt, dass du es kriegst. Du wolltest Reichtum. Ich habe dir Reichtum gegeben. Du wolltest Unsterblichkeit und hier steht du nach all den Jahren und bist kaum gealtert. Du wolltest eine Tochter, obwohl die Chancen dafür gering waren, aber ich habe die Chancen erhöht und du konntest eine Tochter bekommen. All das ist geschehen und hat seinen Preis und den ersten Teil habe ich bereits eingefordert“, erklärte er gereizt. „Was heißt hier erster Teil?“, fragte Marienne. Der Teufelsdämon beugte sich zu ihr herunter. „Es lebt doch noch eine kleine Clair, die es gar nicht hätte geben dürfen. Ich weiß, dass sie die Fähigkeiten ihrer Mutter geerbt hat. Sie gehört mir genauso, wie ihre Mutter mir jetzt gehört. Im Grunde solltest du dich freuen. Sie ist die einzige, die herausfinden kann, dass du für das Massaker damals verantwortlich bist!“, er schnaubte und Rauch umhüllte Marienne, die in sich zusammengesackt war. Das lief aber gar nicht gut für mich.

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

2021-07-20T15:30:00

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