Beitrag der Woche #90

Und die nächste große Zahl ist erreicht: Hiermit haben wir den neunzigsten Beitrag der Woche überschritten. Unglaublich. Das ist schon ein ganzer Haufen Ernennungen für den besten Beitrag der Woche. Dann machen wir mal weiter und streben die vollen hundert an. Das dauert jetzt ja auch nicht mehr lange. Es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen, als ich diese Kategorie hier eröffnet habe. Ach ja… sie hat sich ganz gut gemacht, oder was meint ihr?

Kategorie: Gedichte
Titel: Kartenhaus
Veröffentlichungsdatum: 05.11.2021

An manchen Tagen,
Da bin ich ein instabiles Kartenhaus.
Kann kaum etwas wagen,
Würde am liebsten gar nicht raus.
Jeder Schritt gefährlich,
Jeder Luftzug ein Orkan,
Verliere mich,
Die Anspannung hält an.
Nur ein wenig mehr
Und ich explodiere,
In tausend Gefühle.
Muss mich oft zusammenreißen, so sehr,
Dass es beinahe schmerzt.
An solchen Tagen ist es schwer,
Alles in mir zusammenzuhalten,
Doch solche Tage beweisen auch seither,
Dass sie dieses Kartenhaus nicht auseinanderreißen,
Am Ende doch nicht zerstören können.
Es steht immer noch,
Trotzt jedem Sturm,
Ein eiserner Turm,
In diesem zeitweise offenen, schwarzen Loch.

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Veränderungen stehen an

Ich bin gleichzeitig voller Vorfreude, Unruhe und Angst. Nur noch ein paar Wochen und die Renovierung dürfte abgeschlossen sein. Noch ein paar Wochen und ich ziehe in meine erste eigene Wohnung. Schwer vorstellbar. Unheimlich und gleichzeitig cool. Es ist noch so viel zu erledigen. Hoffentlich wird alles funktionieren und ich kriege am Ende nicht noch irgendwelche Probleme. Ich habe keine Lust auf Herausforderungen auf dem Weg zur Zielgeraden.

Wenn ich daran denke, wie die Wohnung noch am Anfang des Jahres aussah, weiß ich, dass sich der ganze Aufwand gelohnt hat. Aus einer dunklen Wohnung ist eine helle, lichtdurchflutete geworden. Ein neuer Rückzugsort. In meinem Kopf sind schon jetzt so viele Ideen. Neue Möglichkeiten, die ich nutzen möchte. Mal sehen, ob ich das letztendlich wirklich mache. Erstmal müssen wohl die letzten organisatorischen Dinge geklärt werden. Aber, wenn erstmal alles steht und ich mich eingewöhnt habe, dann möchte ich loslegen. Meine Ideen ausleben. Das wird super. Ich habe ein gutes Gefühl…

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Rennen

Hat man diese Sehnsucht im Inneren, dieses Brennen, das einen nicht in Ruhe lässt, dann kann man nicht anders, als immer weiter zu gehen. Die eigenen Schritte zu verschnellern und irgendwann schließlich zu rennen. Immer weiter. Dem Horizont und den eigenen Zielen entgegen. Einen Weg suchend, um der laut schreienden Leidenschaft Platz zu verschaffen. Ich hoffe aus tiefstem Herzen, dass diese Flamme nie erlöschen wird. Dass sie immer weiter glüht und die Welt vor mir erhellt.


Vom Gehen hin zum Rennen,
Ich will weiterkommen,
Will keine Zeit verschwenden
Und mich dem Horizont zuwenden.

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Multiplayer

Gedicht: Multiplayer, gelesen von Lisa Koscielniak

Und dann sagst du mir,
Sagst mir, dass ich alles schaffen kann,
Dass ich diesen Kampf nicht verlier
Und erinnerst mich daran,
Dass ich die ersten Kämpfe bereits gewann.
Führst mir wieder vor Augen,
Wer ich bin
Und niemand kann mir das rauben.
Du zeigst mir immer wieder den Sinn,
Wirst nicht müde zu erklären,
Was all das bedeutet,
Konntest mich bereits so vieles lehren,
Und hast meine Welt erleuchtet.
Ein Solospiel ist das Leben nicht,
Nein, wir meistern es gemeinsam.
Auch, wenn es mal mühsam ist,
Es verspricht,
Dass du im Multiplayer niemals einsam bist.

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Wenn das Team regelt

Ich sage euch, hier ist was los. Unsere Dienstbesprechungen, die teilweise an die zwei Stunden andauern, zeigen, dass es zur Zeit enorm viel Gesprächsbedarf gibt. Unsicherheit, offene Fragen, das komplette Programm. Die mal mehr, mal weniger zufrieden stellenden Antworten tun dann ihren Rest. Es ist eine wahrlich spannende Zeit. Man weiß nie, was als nächstes kommt und dass wieder irgendetwas aufreibendes als nächstes kommt, das ist ja mal sowas von klar. Ach ja, die Arbeit. Ich bin unglaublich froh, dass ich meine Kollegen*innen an meiner Seite habe.

Jeden einzelnen Tag freue ich mich darauf, sie wiederzusehen und mich mit ihnen dem Alltag entgegenzustellen. Mal mit ihnen zu diskutieren und dann aber auch wieder aus vollem Herzen zu lachen. Mal ein wenig zu verzweifeln und dann aber auch wieder zuversichtlich zu sein. Wenn etwas klar ist, dann ist es die Tatsache, dass dieses Team wahre Wunder bewirkt. Dass wir gemeinsam jede Herausforderung meistern werden. Davon bin ich fest überzeugt.

Mir wird immer mehr bewusst, was für ein Glück ich habe. Auch, wenn die Arbeit nicht einfach ist und ich manchmal nicht weiter weiß, ist immer jemand da, der einen auffängt. Man weiß, dass man durch all das nicht allein durchmuss. Das tut unglaublich gut. Gerade jetzt. Wo wir alle ein wenig… angespannt sind. Ich bin sehr dankbar. Für jeden einzelnen von ihnen und dafür, dass mein Weg mich zu ihnen geführt hat. Das war genau richtig…

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Beitrag der Woche #89

Und schon wieder ist es Mittwoch. Heute ist der neunundachtzigste Beitrag der Woche an der Reihe. Ein Gedicht über die Zeiten im Leben, in denen man nicht weiter weiß. In denen man sich verloren fühlt und blind umher irrt. Und dann ist da diese Hand, die einem lächelnd entgegengestreckt wird. Diese Hand, die einen wieder ins Licht zieht. Die nicht urteilt. Die so warm und vertraut ist. Eine einzige Geste, die dazu führt, dass man wieder kämpft und aufsteht. Immer weitermacht. Eine einzige Geste, die einen zum Ritter schlägt, zum Kämpfer ernennt…

Kategorie: Gedichte
Titel: Krieger
Veröffentlichungsdatum: 12.11.2021

Es gibt Momente,
Da beginne ich zu fallen,
Endlos in die Tiefe,
Irrend durch weite Hallen.
Weg ist alles Bekannte,
Alles ist anders,
Scheint so weit entfernt
Und Sorge ist mit Angst vereint.
Momente voller Dunkelheit,
Wo man einfach nicht weiß: Wohin?
Wo man einfach nicht weiß: Wo ist der Sinn?
Doch Ihr,
Ihr beweist mir immer wieder
Dass ich auch dann,
Meinen Weg finden kann
Und so etwas bin wie ein Krieger.
So vergehen die Momente
Und machen Platz für neue:
Vergangenes aus dem ich lernte,
Zukunft, auf die ich mich freue.

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Planungsversuche

Ich versuche gerade zu planen. Zu planen, wie ich weiter vorgehen will. Es gibt so viel zu tun. Genauer gesagt: Ich will noch so vieles tun. Ich hoffe innerlich so, so sehr, dass zeitlich am Ende alles gut gehen wird und ich zur Weihnachtszeit hin alle wichtigen Dinge erledigen konnte. Es ist eine schwankende Hoffnung. Mal bin ich davon überzeugt, dass ich es schaffen kann und dann passiert wieder irgendetwas und nimmt mir meinen Wind aus den Segeln. Welche Handwerker fehlen noch? Was ist mit meinen offenen Baustellen in der Wohnung? Von den steigenden Preisen mal ganz abgesehen…

Wann ist ein guter Zeitpunkt, um die Wohnung zu putzen, auszusortieren, anfangen zu packen und nicht zu vergessen: Die Arbeit an meinen Büchern fortzusetzen. Eigentlich müsste ich auch mal wieder Werbung machen und auf Social Media aktiver sein, aber das schaffe ich nicht. Die Wohnung lastet mir am schwersten auf dem Herzen. Ob sich die Puzzelteile am Ende wirklich zu einem ganzen fügen werden? Ob ich die richtigen Entscheidungen getroffen habe? Das werde ich wohl oder übel erst am Ende erfahren…

Vielleicht habe ich ein wenig den Überblick verloren. Wenn ich ihn wiedererlange, wird sicherlich auch mein Gefühl wieder besser. In mir treffen gerade drei Gefühlswelten aufeinander: Die alltäglich Arbeit, die Organisation der Renovierung und die Selbstständigkeit als Autorin. In allen drei Welten passiert gerade sehr viel. Wie soll man da vernünftig planen? Ich liebe es zu planen, aber gerade fällt es mir zunehmend schwerer. Ich weiß nicht, was richtig ist. Deshalb habe ich beschlossen, mich (mal wieder) dazu zu zwingen, jeden Tag für sich zu nehmen und dann nach Gefühl und spontan zu entscheiden. Meine Planungen gehen ja doch nicht auf…

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Nebelschwaden

Vor ein paar Tagen hatte ich das Glück genau zur richtigen Zeit aus dem Fenster zu sehen. Die Sonne ging gerade erst auf und Nebelschwaden zogen über die Felder. Sie sind langsam immer weiter nach vorn gekrochen, während die Sonne immer höher stieg und alles in ein orange-goldenes Licht hüllte. Diesen Anblick bekomme ich seit diesem Tag nicht mehr aus meinem Kopf. Wie die Bäume in der Ferne nur schwarze Schatten waren und der Boden vor ihnen auf einmal einem sanften, hell-wabernden Meer glich. Was für ein unglaublicher Morgen…


Nebelschwaden ziehen über das Land,
Hüllen den kühlen Boden in weißen Dunst,
Erzeugen ein malerisches Bild, einzigartige Kunst,
Das einen immer wieder bannt.

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Gedankenstrom

Gedicht: Gedankenstrom, gelesen von Lisa Koscielniak

Tausende von Gedanken
Schießen hin und her,
Wiegen mal leicht, mal schwer
Und bringen mich dadurch auch gerne ins Schwanken.
Rollen in hohen Wellen
Und mit tückischen Stromschnellen
Immer wieder über mich hinweg.
Wirbeln nicht nur alles auf,
Sondern entfernen auch den Dreck,
Der sich unbemerkt angesammelt hat
Und so nimmt alles seinen Lauf
Und eine neue Idee erwacht.
Ein neuer Einfall bahnt sich seinen Weg,
Während ein alter durch den Luftzug verweht
Und neue Sorgen kündigen sich an.
Es ist ein erneuter Anfang,
Immer wieder von vorne,
All das Verlorene
Wird ständig erneuert
Und neue Möglichkeiten eröffnen sich,
Beeinflussen mich,
Doch mein Herz steuert,
Steuert mich verlässlich durch diesen Sturm
Und sorgt wieder für Ordnung,
Zieht mich in die richtige Richtung,
Bändigt den Strom der Gedanken,
Durch den ich schon so manches Mal fiel
Und bringt mich letztendlich an mein Ziel.

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

Novembergedanken

November. Ich kann es nicht fassen. Es fühlt sich für mich noch nicht nach November an. So gar nicht. Ich hänge der Zeit wohl noch ein wenig hinterher. Es ist in den letzten Wochen, in den letzten Monaten… ach eigentlich seit Beginn des Jahres so unglaublich viel passiert. Das scheint nun auch zum Ende hin nicht aufzuhören. Ich frage mich manchmal, wie lange es noch so weitergeht. In meinem Inneren hoffe ich tatsächlich, dass es noch eine lange Zeit so dynamisch bleibt. Denn all diese Bewegung bedeutet auch Fortschritt und den habe ich auf jeden Fall machen können.

Ich möchte noch weiter. Auch, wenn es manchmal so verdammt stressig ist und mein Kopf so voll ist, dass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll. Ich habe viel gelernt und möchte damit auch nicht aufhören. Möchte es unbedingt schaffen. Möchte mein Glück finden, meine Ziele erreichen. Das wird mit jedem Tag klarer und hat sich in mir über dieses Jahr hinweg immer weiter festgesetzt. Also bleibt mir am Ende nur eine Möglichkeit: Immer weitergehen und niemals aufhören, nach den Sternen zu greifen.

© Lisa Koscielniak and Lisas Gedankenbutze

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